Straße der deutschen Sprache, Meißner Burgberg mit Albrechtsburg und Dom | © Straße der deutschen Sprache, Meißen, © Daniel Bahrmann

Straße der deutschen Sprache

Wo Sprache lebendig wird, können Sie auf eine spannende kulturelle Entdeckungsreise durch Mitteldeutschland und Nordbayern gehen. Auf dieser Route reisen Sie auf der ersten Themenstraße, die Sprachpflege und Fremdenverkehr miteinander verbindet.

Seit über 1200 Jahren wird Deutsch gesprochen. Mit rund 100 Millionen Sprechern ist es heute die am meisten gesprochene Muttersprache in Europa. Jeder fünfte Europäer spricht Deutsch als Muttersprache, jeder siebte als Fremdsprache. In sieben Staaten und in der Europäischen Union ist Deutsch Amtssprache. Zwölf Prozent aller weltweit veröffentlichten Bücher erscheinen in deutscher Sprache. Die deutsche Sprache ist der Schlüssel zur Bildung, zur Integration und zur Teilnahme an der deutschen Gesellschaft.

Straße der deutschen Sprache, Logo | © Arbeitsgemeinschaft „Straße der deutschen Sprache“ unter dem Dach der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft e. V.
  • Arbeitsgemeinschaft „Straße der deutschen Sprache“ unter dem Dach der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft e. V.

Die Straße der deutschen Sprache macht erfahrbar:

  • ...sprachgeschichtlich bedeutsame Orte;
  • ...die Wiege des Hochdeutschen (dank der Sächsischen Kanzleisprache und dank des Reformators Martin Luther);
  • Festspiele, Sprachtage und Wettbewerbe für die deutsche Sprache;
  • ...Wirkungsstätten großer Schriftsteller und Geistesgrößen der deutschen Sprache: Konrad Duden, Gotthold Ephraim Lessing, Martin Luther, Johann Wolfgang Goethe, Friedrich Schiller, Gottfried August Bürger, Paul Gerhardt, Eike von Repgow, Novalis, Friedrich Rückert, Jean Paul, August Graf von Platen und viele andere;
  • ...Entstehungsorte der ersten deutschen Sprachvereinigung, der Fruchtbringenden Gesellschaft von 1617, und der ältesten bis heute kontinuierlich bestehenden Sprach- und Literaturgesellschaft Deutschlands, des Pegnesischen Blumenordens von 1644.


Art der Route: Themenstraße
Thematik: sprachgeschichtlich bedeutsame Orte, Sprachkultur
Start / Ziel: Köthen (Rundkurs)
Länge: ca. 1.300 km
Bundesländer: Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Nordbayern
Urlaubsregionen: Mitteldeutschland, Sächsische Schweiz, Thüringen, Oberfranken, Harz und Erzgebirge, Oberlausitz- Niederschlesien, Sächsisches Elbland, Saale- Unstrut Tourismus e.V., WelterbeRegion Anhalt- Dessau-Wittenberg, Harz, Rennsteig-Saale, Tourismusverband, Thüringer Wald, Gothaer Land, Franken

Straße der deutschen Sprache, Karte | © Ferienstrassen.info
  • Ferienstrassen.info
Köthen, Denckring  | © Köthen, Denckring, Foto: Harsdörffer EWDS
  • Köthen, Denckring, Foto: Harsdörffer EWDS
Schloss Belvedere bei Weimar | © Schloss Belvedere bei Weimar, Foto: Pixabay
  • Schloss Belvedere bei Weimar, Foto: Pixabay
Schloss Belvedere bei Weimar

Eine Themenstraße zur Sprachpflege

Die "Straße der deutschen Sprache" ist die erste Themenstraße, die Sprachpflege und Tourismus miteinander verbindet. Sie wurde 2011 als Arbeitsgemeinschaft unter dem Dach der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft zu Köthen/Anhalt e.V. ins Leben gerufen. Ihr gehören Orte an, an denen große Schriftsteller wirkten und heute Festspiele, Sprachtage und Wettbewerbe für die deutsche Sprache stattfinden. Sie beginnt in Köthen, wo Fürst Ludwig I. die erste deutsche Sprachgesellschaft, die Fruchtbringende Gesellschaft, ins Leben rief und 2007, im 390. Jahr der Gründung dieses ältesten deutschen Sprachvereins, die Neue Fruchtbringende Gesellschaft an die Tradition der Sprachpflege anknüpfte, und führt weiter durch Sachsen-Anhalt, Sachsen, Nordbayern und Thüringen.

Diese Themenstraße führt ihre Besucher unter dem Motto "Sprache verbindet" zu sprachgeschichtlich bedeutsamen Orten in Mitteldeutschland – dem Herzstück des deutschen Sprachraums – wo man dicht aneinandergereiht Orte findet, deren Vergangenheit und Gegenwart bedeutsam für die deutsche Sprache sind. Mittlerweile macht die Themenstraße an 27 Orten die deutsche Sprache erlebbar. Ohne staatliche Förderung und in Eigeninitiative hat die Arbeitsgemeinschaft "Straße der deutschen Sprache" bereits viel erreicht: Sprachpfleger und Tourismusbehörden arbeiten Hand in Hand, ein Netzauftritt und ein Faltblatt weisen den Weg und auch an einer Beschilderung wird gearbeitet.

Gotha, Schloss Friedenstein | © Gotha, Schloss Friedenstein, Foto: Wikipedia, by Stefan C. Hoja, own work, Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
  • Gotha, Schloss Friedenstein, Foto: Wikipedia, by Stefan C. Hoja, own work, Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
Meißen | © Meißen, Foto: Pixabay
  • Meißen, Foto: Pixabay

Dichter und Denker

Die große Ausdruckskraft der deutschen Sprache und ihre Schönheit haben Dichter und Denker beflügelt. Sie ist einzigartig und bietet einen besonderen Blick auf die Welt. Lernen Sie die gastfreundlichen Orte kennen, in denen diese reiche Kultursprache maßgeblich geprägt wurde!

In Mitteldeutschland und Nordbayern gibt es besonders viele davon. Sie haben sich durch die Straße der deutschen Sprache miteinander verbunden. Hier bereicherten Geistesgrößen die deutsche Sprache: Konrad Duden, Gotthold Ephraim Lessing, Martin Luther, Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Gottfried August Bürger, Paul Gerhardt, Eike von Repgow, Novalis, Friedrich Rückert, Jean Paul, August Graf von Platen und viele andere. Hier entstanden die erste deutsche Sprachvereinigung, die Fruchtbringende Gesellschaft von 1617, und die älteste bis heute kontinuierlich bestehende
Sprach- und Literaturgesellschaft Deutschlands, der Pegnesische Blumenorden von 1644. Sie finden ihre Spuren auf der Straße der deutschen Sprache.

Goethe-Schiller-Denkmal Weimar | © Goethe-Schiller-Denkmal Weimar, Foto: Pixabay
  • Goethe-Schiller-Denkmal Weimar, Foto: Pixabay
Das Goethe-Schiller Denkmal in Weimar
Auf den Spuren der Geschichte

Entlang der Straße der deutschen Sprache gibt es viele Schätze zu entdecken. In Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Nordbayern finden Sie dicht aneinandergereiht Orte, deren Vergangenheit und Gegenwart bedeutsam für die deutsche Sprache sind. Hier steht die Wiege des Hochdeutschen: dank der Sächsischen Kanzleisprache und dank des Reformators Martin Luther. Hier wirkten große Schriftsteller. Hier finden heute Festspiele, Sprachtage und Wettbewerbe für die deutsche Sprache statt, wird in Theatern und Lesefesten die Sprache besonders gepflegt und erlebbar gemacht. Lassen Sie sich überraschen! Es gibt viel zu entdecken, daher können wir Ihnen eines versprechen: Sie werden nicht sprachlos sein!

Schwarzenbach/Saale, Erika Fuchs Haus | © Schwarzenbach/Saale, Erika Fuchs Haus, Foto: Michael Stumpf
  • Schwarzenbach/Saale, Erika Fuchs Haus, Foto: Michael Stumpf

Straße der Deutschen Sprache

Stationen 1

1
Köthen
Köthen ist Sitz der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft. Sie knüpft an die sprachpflegerische Tradition der 1617 von Fürst Ludwig von Anhalt-Köthen gegründeten ersten deutschen Sprachgesellschaft an und lädt in die Erlebniswelt Deutsche Sprache im Schloß und zu zahlreichen Veranstaltungen zur Pflege der deutschen Sprache ein.
2
Reppichau
Eike von Repgow ist der Schöpfer des bedeutendsten Rechtsbuchs des Mittelalters, des „Sachsenspiegels“, des ältesten größeren Sprachdenkmals in deutscher Prosa. Reppichau ist mit seinem „Kunstprojekt Sachsenspiegel“ ein Freilichtmuseum für mittelalterliche Rechtsgeschichte – einmalig in Deutschland.
3
Dessau-Roßlau
Unter Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740 – 1817), Schöpfer des Gartenreiches Dessau-Wörlitz (UNESCO-Welterbe), war Dessau ein Zentrum der Aufklärung in Deutschland, unter anderem auf dem Gebiet der Kultur, Wirtschaft und modernen Pädagogik. Im historischen Schulgebäude, dem Palais Dietrich, ist die Wissenschaftliche Bibliothek der Anhaltischen Landesbücherei mit ca. 15.000 historischen Bänden untergebracht.
4
Lutherstadt Wittenberg
Die Lutherstadt Wittenberg, als Entstehungszentrum der hochdeutschen Schriftsprache durch Luthers Übersetzung des neuen und alten Testaments in die deutsche Sprache, ist reich an historischen Zeitzeugen. Sie finden wie Perlen aneinandergereiht vier UNESCO-Weltkulturerbestätten wie das Lutherhaus, heute das größte reformationsgeschichtliche Museum der Welt, das Wohnhaus von Philipp Melanchthon, dem „Lehrer Deutschlands“, die Stadtkirche mit dem berühmten Reformationsaltar und die Wittenberger Schlosskirche mit der weltberühmten Thesentür und den Gräbern von Martin Luther und Philipp Melanchthon. Darüber hinaus befinden sich die Universität Leucorea mit Sitz des Instituts für deutsche Sprache und Kultur e. V. und die Grundstücke und Wirkstätten des Hofmalers Lucas Cranach, mit den zahlreichen Künstler-Ateliers und der historischen Druckerwerkstatt in der Wittenberger Altstadt.
5
Gräfenhainichen
Gräfenhainichen wurde 1285 erstmals urkundlich als Lehen des Grafen Albrecht II. von Anhalt erwähnt. 1607 wurde der bedeutendste Sohn der Stadt, der evangelisch-lutherische Pfarrer und Liederdichter Paul Gerhardt, geboren. In der Paul-Gerhardt-Dauerausstellung erfahren Sie weitere Details.
6
Buchdorf Mühlbeck-Friedrichsdorf
Mühlbeck-Friedersdorf ist Deutschlands erstes Buchdorf. Dessen Ziel ist die Sammlung, Pflege und Verbreitung deutschsprachigen Schriftgutes. An sieben Standorten bestehen zehn Antiquariate, regelmäßig finden Autorenlesungen und andere kulturelle Veranstaltungen statt.
7
Grimma
Als Mittelzentrum prägt die Muldenstadt Grimma seit über 800 Jahren wirtschaftlich und kulturell die Region. Auch „Buchmenschen“ zog es immer wieder nach Grimma: Paul Gerhardt und Christian Gottfried Körner besuchten hier die Schule; der Klassikerverleger Georg Joachim Göschen errichtete hier seinen Sommersitz, das heutige Museum Göschenhaus mit seinem klassizistischen Privatgarten; berühmte Dichter besuchten Göschen hier, allen voran Friedrich Schiller; der für Göschen tätige Johann Gottfried Seume lebte für vier Jahre an der Mulde und brach 1801 dann zu seinem weltbekannten „Spaziergang nach Syrakus“ auf; der unbequeme Ferdinand Stolle, der, um der politischen Verfolgung in Leipzig zu entgehen, kurzerhand hierher kam.
8
Meißen
Die Wurzeln der heutigen deutschen Hochsprache liegen in der sogenannten Meißner Kanzleisprache, derer sich schon Luther bediente, als er die Heilige Schrift ins Deutsche übersetzte. Die Dichter Gotthold Ephraim Lessing und Christian Fürchtegott Gellert besuchten die Fürstenschule in Meißen. Die Pflege der deutschen Sprache erfolgt heute durch vielfältige Veranstaltungen, u.a. durch das jährlich stattfindende Literaturfest. Im Dom zu Meißen widmet sich ein Teil der Ausstellung im Dom-Museum der Entwicklung und Verbreitung der Meißner Kanzleisprache.

UNESCO Weltkulturerbe

Dessau-Wörlitzer Gartenreich

Das Dessau-Wörlitzer Gartenreich, seit dem Jahr 2000 UNESCO Weltkulturerbe, liegt unweit der Strecke

Wörlitz-Dessauer Gartenreich | © Wörlitz-Dessauer Gartenreich, Foto: Pixabay
  • Wörlitz-Dessauer Gartenreich, Foto: Pixabay
Lessing-Museum Kamenz | © Lessing-Museum Kamenz, Foto: Anne Hasselbach
Lessing Museum Kamenz

Erfahren Sie hier, wie einer der größten deutschen Dichter lebte, arbeitete und wirkte. Auf der 250 qm großen Ausstellungsfläche kommen Sie dieser außergewöhnlichen Persönlichkeit näher.

Weitere Informationen
Straße der deutschen Sprache

Stationen 2

1
Kamenz
Das Lessing-Museum in Kamenz widmet sich der Person, dem Werk und dem Wirken Gotthold Ephraim Lessings. Da das Geburtshaus 1842 einem Brand zum Opfer fiel, weihte man am 1. Juni 1863 mit der Errichtung des vom Bildhauer Hermann Knaur geschaffenen Lessing-Denkmals eine Lessing-Gedenkstätte ein. Anlässlich des 200. Geburtstages Lessings im Jahr 1929 gründeten die Kamenzer Bürger das Kamenzer Lessinghaus und errichteten an anderer Stelle ein repräsentatives Gebäude, das 1931 anlässlich des 150. Todestages des Dichters eingeweiht wurde. Im Erdgeschoss befindet sich das Lessing-Museum. Alle 2 Jahre zwischen Lessings Geburtstag und seinem Todestag finden hier auch die Kamenzer Lessing-Tage statt.
2
Reichenbach im Vogtland
Friederike Caroline Neuber, am 8. März 1697 in Reichenbach im Vogtland geboren, war Schauspielerin, Theaterprinzipalin und Autorin. Von 1727 bis 1756 leitete sie mit Unterbrechungen ihre eigene Theatergruppe, die in zahlreichen deutschen Städten spielte. Als „Neuberin“ wurde sie eine der Hauptfiguren in der frühen Entwicklung des deutschen Theaters. Am 29. November 1760 verstarb die Neuberin in Laubegast bei Dresden.
3
Schleiz
Das Rutheneum – die Geburtsstätte des DUDENs. Hier erarbeitete Dr. Konrad Duden seine ersten Rechtschreibregeln. Das Museum im Haus zeigt das Wirken Konrad Dudens und die Geschichte des von ihm begründeten Buches, des Vollständigen Orthographischen Wörterbuchs der Deutschen Sprache.
4
Schwarzenbach an der Saale
Zwei Wortakrobaten aus Schwarzenbach an der Saale prägen noch heute unseren Wortschatz: Der Dichter Jean Paul mit seinen Aphorismen und die Comicübersetzerin Erika Fuchs mit Lautmalereien, Sprechblasen und Inflektiv (ihr zu Ehren auch „Erikativ“). Hier befindet sich auch das Museum für Comic und Sprachkunst.
5
Sulzbach-Rosenberg
Wo 1667 die noch heute gültige Form des „ß“ entstand, druckte J. E. v. Seidel ab 1810 die erste ‚ökumenische‘ Bibelübersetzung. Prof. Höllerer gründete 1961 die Zeitschrift „Sprache im technischen Zeitalter“ und 1977 das Literaturarchiv. Dessen ‚Bruder‘ ist seit 2011 der Kultursaal „Historische Druckerei Seidel“. Besuchen Sie auch das Druckereimuseum Sulzbach.
6
Ebern
Friedrich Rückert, Dichter und Orientalist, lebte mit seinen Eltern 1809-1810 und 1812-1815 in Ebern. Hier schrieb er u.a. seine Amaryllis Sonette „Fünf Märlein zum Einschläfern für mein Schwesterlein“. Zahlreiche seiner Gedichte wurden vertont.
7
Schweinfurt
Schweinfurt ist die Geburtsstadt des Dichters, Orientalisten und Gelehrten Friedrich Rückert (1788-1866). Mitten auf dem Marktplatz erhebt sich für den vielleicht berühmtesten Sohn der Stadt ein imposantes Denkmal. Rückert selbst blickt auf historische Rathaus aus der Renaissance-Zeit und auf das geschäftige Treiben in der Stadt. An der Südost-Ecke des Marktplatzes ist das Geburtshaus von Friedrich Rückert zu sehen.
8
Stadtlauringen
Friedrich Rückert verbrachte seine Kindheit zwischen 1793 und 1802 in Oberlauringen. Folgen Sie seinen Spuren im „POETIKUM“ und auf dem Rückertrundweg Oberlauringen.
 Goethetheater in Bad Lauchstädt, Sachsen-Anhalt | ©  Goethetheater in Bad Lauchstädt, Foto: Wikipedia, by Dundak, own work, Attribution-ShareAlike 2.5 Generic (CC BY-SA 2.5)
  • Goethetheater in Bad Lauchstädt, Foto: Wikipedia, by Dundak, own work, Attribution-ShareAlike 2.5 Generic (CC BY-SA 2.5)
Das Goethe-Theater in Bad Lauchstädt ist das einzige original erhaltene Theatergebäude der Goethezeit
Herzogin Anna Amalia Bibliothek

Weimar

Straße der deutschen Sprache

Stationen 3

1
Gotha
Die ehemalige Residenzstadt Gotha blickt auf eine lange Geschichte der Bildung, des Verlagswesens und der Theatergeschichte zurück. Hier wirkten Personen wie der Reformator Friedrich Myconius, der Pädagoge Andreas Reyher, die Verleger Justus Perthes und Joseph Meyer sowie der Schauspieler Conrad Ekhof, die durch ihre Tätigkeiten die deutsche Sprache auf verschiedene Weise förderten. Bibliothek und Museen auf Schloss Friedenstein lassen diese Tradition lebendig werden.
2
Weimar
Weimar ist für sein kulturelles Erbe bekannt. Neben der Bauhaus-Universität beherbergt die Stadt u. a. die Hochschule für Musik Franz Liszt und die Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Im 16. Jahrhundert sind die Kunstmaler Lucas Cranach der Ältere und der Jüngere in Weimar tätig. Im 17. Jahrhundert erfolgte die Gründung der Fruchtbringenden Gesellschaft. Ins 18. Jahrhundert fallen die Aufenthalte von Johann Sebastian Bach. Darauf folgt die Weimarer Klassik mit Wieland, Goethe, Herder und Schiller. Das 19. Jahrhundert ist verbunden mit Franz Liszt, Richard Strauss, Friedrich Nietzsche und den Landschaftsmalern der Weimarer Malerschule an der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wirkten Harry Graf Kessler und Henry van de Velde in Weimar und es folgte die Gründung von Bauhaus und Weimarer Republik. In Weimar wird der Nachlass Goethes im Goethe- und Schiller-Archiv aufbewahrt, der seit 2001 von der UNESCO in das kulturelle Gedächtnis der Menschheit als Weltdokumentenerbe (Memory of the World) aufgenommen wurde. In über 25 Museen und Ausstellungsorten wird das kulturelle Erbe von nationalem und internationalem Rang präsentiert.
3
Löbnitz
Löbitz, ein Ortsteil der Gemeinde Mertendorf, ist Geburtsstätte des Verlegers Eugen Diederichs. Dieser verbrachte seine Kindheit sowohl in Löbitz als auch in Naumburg und wirkte als Buchhändler in Halle und als Verleger in Leipzig. Durch die Nähe zu den Residenzstätten Naumburg, Zeitz und Weißenfels bieten sich dem Besucher zahlreiche kulturelle Angebote.
4
Meineweh
Meineweh, eine Mitgliedsgemeinde der Verbandsgemeinde Wethautal, war mehrfacher Aufenthaltsort des Moralphilosophen Christian Fürchtegott Gellert. Dieser gehörte zu seiner Zeit zu den meistgelesenen Schriftstellern in Deutschland. Durch die Nähe zu den Residenzstätten Naumburg, Zeitz und Weißenfels bieten sich dem Besucher zahlreiche kulturelle Angebote.
5
Weißenfels an der Saale
Weißenfels ist eine geschichtsträchtige Stadt. Davon zeugen zahlreiche Bauten wie das Schloss Neu-Augustusburg mit beeindruckender Schlosskirche und Fürstengruft. Als einstige barocke Residenzstadt und Zentrum deutscher Kulturgeschichte war Weißenfels ein Begegnungsort vieler internationaler Künstler. Besonders sehenswert sind das Heinrich-Schütz-Haus, die Novalis-Gedenkstätte, das Geleitshaus, die Marienkirche (erbaut 1303) und die Fürstenpalais. Die Saalestadt hat zudem mit ihrem Kulturhaus, der Volkshochschule, einer Stadtbibliothek, dem Heimatnaturgarten, dem Frei- und Hallenbad, der Allwetterrodelbahn und einem Boots- und Fahrradverleih ein abwechslungsreiches Sport- und Freizeitangebot.
6
Merseburg
Die Dom- und Hochschulstadt gehört zu den ältesten Städten Mitteldeutschlands. Weltweit berühmt geworden ist die Saalestadt durch die „Merseburger Zaubersprüche“, das älteste althochdeutsche Sprachzeugnis germanischen Heidentums.
7
Goethestadt Bad Lauchstädt
Das Goethe-Theater in Bad Lauchstädt ist das einzige original erhaltene Theatergebäude der Goethezeit. Es bietet im Parkett, den Galerien und in den neun Logen 456 Sitzplätze und ist von Mai bis Oktober Gastspielstätte für verschiedene Theater und Ensembles. Daneben gibt es historische Kuranlagen zu erkunden.
8
Allstedt
Unter dem Namen „Alstediburg“ wird die Pfalz Allstedt im Hersfelder Zehntverzeichnis vom Ende des 9. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnt. Wahrscheinlich unter den Karolingern erbaut, war die Pfalz Aufenthaltsort deutscher Könige und Kaiser. Fast alle Könige und Kaiser aus den Geschlechtern der Ottonen, Salier und Staufer haben sie besucht. Unter Otto II. war Allstedt sogar die meistbesuchte Pfalz im damaligen Sachsen. Reichsversammlungen, Reichstage und die dort ausgestellten Urkunden des 10. bis 12. Jahrhunderts zeugen von der politischen Bedeutung für das Reich. Der Staufer Philipp von Schwaben war der letzte König des Heiligen Römischen Reiches, der in der Pfalz Allstedt weilte.
9
Lutherstadt Eisleben
Eisleben ist nicht nur Geburts- und Sterbeort Martin Luthers, sondern er empfing hier auch wichtige Impulse für seine sprachschöpferische Leistung, die mit zur Herausbildung der neuhochdeutschen Schriftsprache führte. In der Kirche St. Andreas hielt Luther seine letzten Predigten.
10
Mansfeld
Seine Kindheit verbrachte Martin Luther in Mansfeld. Das Elternhaus verweist auf die Lebenswelt, in der er aufwuchs und geprägt wurde. In dem 22 km entfernten Ortsteil Molmerswende wurde der Münchhausen-Dichter Gottfried August Bürger geboren, der hier auch aufwuchs. Das Bürger-Museum ist dem Autor der Geschichten des „Lügenbarons Münchhausen“ und seinem vielfältigen Werk gewidmet.
Luther Denkmal, Wittenberg | © Luther Denkmal, Wittenberg, Foto: Pixabay
  • Luther Denkmal, Wittenberg, Foto: Pixabay
Wittenberg, Luther Denkmal

Straße der deutschen Sprache

Sprachgeschichte in Mitteldeutschland

Straße der deutschen Sprache

Routenführung mit Stellplatzinformationen

Weitere Informationen zu den Sehenswürdigkeiten finden Sie in unserer Reiseweltkarte.