Carthago Chic S-Plus I61 LE. | © Foto: Autoren-Union Mobilität/Carthago

Carthago und Malibu starten ins neue Reisemobil-Jahr

Im vergangenen Jahr haben die deutschen Camper 78.055 Reisemobile gekauft und auf die Straßen gebracht. Das sind 45 Prozent mehr als noch 2019. Die Carthago-Gruppe, zu der auch die Marken Malibu und Malibu Van zählen, hat dazu rund 5500 Fahrzeuge beigesteuert und einen Umsatz von 385 Millionen Euro ausgewiesen. Dazu haben nicht nur die Premium-Mobile unter dem Carthago-Label beigetragen, auch Malibu konnte den Absatz im Inland um 34 Prozent steigern. Vor allem die Vans, die rund 50 Prozent des Volumens ausmachen, haben sich zum Verkaufsschlager gemausert. Gebremst wurde das Wachstum jedoch von Lieferproblemen bei Basisfahrzeugen und zugekauften Bauteilen wie Fenster und Kühlschränke. Geschäftsführer Bernd Wuschack rechnet deswegen nicht nur mit längeren Lieferzeiten sondern auch einer Verteuerung bei den Reisemobilen.

Malibu 640LE. | © Foto: Autoren-Union Mobilität/Malibu
  • Foto: Autoren-Union Mobilität/Malibu
Malibu 640LE.

Malibu Van Diversity

Noch aber dreht sich die Preisspirale verhalten. Dafür gibt es mit dem Malibu Van Diversity eine neue kompakte Version in der Kastenwagenklasse. Freie Sichtachsen im Innenraum bis zum Heck und eine Küche im XL-Format schaffen ein großzügiges Raumgefühl. Dabei gelingt Malibu der Schachzug, in einem Sechsmeter-Grundriss zwei längs ausgerichtete Einzelbetten im Heck unterzubringen. Zwar verliert dadurch die Ellbogenfreiheit im Bad, viele Camper nutzen jedoch die Dusche in der Nasszelle nur selten und legen mehr Wert auf eine Kassetten-Toilette, die bei Malibu mit einer patentierten Drehvorrichtung in der Seitenwand verschwindet.

Die vier Einrichtungsvarianten Compact, Diversity, First Class und Charming können mit einem Dachschrank über dem Fahrerhaus bestellt werden, alternativ wird an dieser Stelle ein Panoramafenster eingebaut. In der Küche kommen ausschließlich Kompressor-Kühlschranke mit 84 Liter Volumen zum Einsatz, eine zweigeteilte Schiebetür für den Waschraum erhöht den Komfort und im Grundriss 640 LEK gibt es einen Kleiderschrank unter dem linken Einzelbett. Alle Modelle können nun auf Wunsch mit einem 24 Zoll großen Flachbildschirm und Satellitenempfang ausgerüstet werden. Zwei neue Metalliclacke in unterschiedlichen Grautönen stehen in der kommenden Saison ebenfalls zur Wahl. Die Preisliste beginnt bei 47.350 Euro.

Malibu 600DB. | © Foto: Autoren-Union Mobilität/Malibu
  • Foto: Autoren-Union Mobilität/Malibu
Malibu 640LE. | © Foto: Autoren-Union Mobilität/Malibu
  • Foto: Autoren-Union Mobilität/Malibu
Malibu 600DB. | © Foto: Autoren-Union Mobilität/Malibu
  • Foto: Autoren-Union Mobilität/Malibu
Malibu 600DB.

Carthago

Bei den Reisemobilen von Carthago kann der Mercedes Sprinter künftig auch als Tiefrahmen-Chassis mit Doppelachse von Alko kombiniert werden, auch wenn diese Version den XL-Modellen vorbehalten bleibt. Die Serien C-Compactline C-Tourer bekommen eine neue Frontpartie mit optischer Windschutzscheibenverlängerung, der Chic C-Line eine neue Außengrafik. Zudem habe die Entwickler den Leichtbau vorangetrieben und weiter Gewicht eingespart, um die Zuladung zu erhöhen. Vor allem in südlichen Ländern werden selbst große Reisemobile bevorzugt bis zu 3,5-Tonnen-Grenze gekauft, um erhöhte Straßenmaut zu vermeiden. Neu sind außerdem zwei verschiedene Kühlerdesigns, eines mit vertikalen Chrom-Stangen, einer im Kreuzmuster. Innen gibt es modifizierte Möbel und Stilwelten: Zu den konservativen Varianten Linea und Linea classica gesellen sich die moderne Version Linea progressiva oder die Linea siena.
 

Carthago Chic S-Plus I61 LE. | © Foto: Autoren-Union Mobilität/Carthago
  • Foto: Autoren-Union Mobilität/Carthago

Neue Eingangstür mit schlüssellosem Zugang

Mehr Sicherheit und Einstiegskomfort bietet eine neue Aufbautür mit einer Breite von 63 Zentimeter. Als Safety Lux ist sie mit innenliegenden Stahlscharnieren ausgestattet, außerdem lässt sich mit einem RFID-Chip schlüssellos öffnen. Beim Schließen hilft eine elektrische Zuziehhilfe. In den integrierten Baureihen E-Line S plus und Liner for 2 ist eine neue Ambiente-Beleuchtung zu haben, außerdem zählt ein Backofen mit Grill zu den weiteren Ausstattungsoptionen. Neue Multimediasysteme mit integrierter Navigation sind in der neuen Saison auch an Bord, sie haben einen neun Zoll großen, berührungssensitiven Bildschirm und arbeiten mit spezieller Reisemobil-Software, die auch Höhen- und Gewichtslimitierungen berücksichtigt. Die Preise der teilintegrierten und integrierten Reisemobile von Carthago liegen zwischen 83.500 und knapp 150.000 Euro.

Für das kommende Geschäftsjahr visiert Carthago eine Produktion von 6000 Reisemobilen an, hierfür wurde am Unternehmensstandort Aulendorf (bei Ravensburg) bereits kräftig investiert. Die Betriebsfläche ist um 2000 auf 5400 Quadratmeter gewachsen, ein neues Betriebsrestaurant soll die Stimmung unter den 1400 Mitarbeitern weiter auffrischen. (aum/mk)