Bip and Go & Co: was die neuen Telemautsysteme können. Und was noch nicht. | © Foto: Daniel Jedzura, stock.adobe.com

Bip and Go

Was kann das populäre Telemautsystem aus Frankreich?

Die Telemaut Box von Bip and Go ist bei Reisemobilfreunden stark im Kommen. Doch wie funktiert Bip and Go, was kann das System, und für wen ist es geeignet? Alle Fragen und Antworten zu Bip and Go:

Wer mit dem Camper ins Ausland fährt, weiß, wie lästig das Warten an den Mautstationen sein kann. Gerade zu den Hauptreisezeiten bilden sich an den Autobahnen oft lange Schlagen. Staus entstehen meist beim Bezahlen: weil Bargeld fehlt, die Kreditkarte nicht akzeptiert wird oder sich ein Fahrzeug in die falsche Bezahlspur eingeordnet hat.

Schneller und angenehmer kommen Fahrzeuge mit einer sogenannten Telemaut Box wie Bip and Go voran: das Gerät, das man an der Frontscheibe montiert, wird an der Kontrollstelle automatisch per Funkverbindung erfasst. Die Schranke öffnet sich, und die Gebühren werden online abgerechnet. Weiterer Vorteil: Meistens gibt es für die Fahrzeuge mit Systemen wie Bip and Go eigens gekennzeichnete Spuren, auf denen der Verkehr viel zügiger fließt – vorbei an den Fahrzeugen auf den Spuren für Bar- oder Kreditkartenzahler. Ein weiterer Vorteil: einige Mautsysteme belohnen die Verwendung von Mautboxen durch einen Preisabschlag.

Bip and Go & Co: was die neuen Telemautsysteme können. Und was noch nicht. | © Foto: Jürgen Fälchle, stock.adobe.com
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Bip and Go & Co

Erste multinationale Anwendungen

Eine Autobahn-Maut gibt es in zahlreichen europäischen Ländern. Dabei muss man zwei unterschiedliche Systeme unterscheiden: Bei sogenannten offenen Systemen bezahlt man pauschal für einen bestimmten Zeitraum, die gefahrenen Kilometer spielen dabei keine Rolle. Ein Beispiel ist die Vignette, wie sie in Österreich oder der Schweiz vorgeschrieben ist. In einem geschlossenen System dagegen wird nach den zurückgelegten Kilometern abgerechnet. Dazu werden die Fahrzeuge zweimal erfasst: bei der Einfahrt in den mautpflichtigen Bereich und bei der Ausfahrt. 

Hier setzen Telemaut Boxen wie Bip and Go an, die Lastkraftwagen und Reisemobile mit einem höheren Gewicht von mehr als 3,5 t schon länger benötigen - für Wohnmobile unter 3,5 t stand die Technik bis vor kurzem noch nicht zur Verfügung. Außerdem gibt es in Europa bislang zahlreiche unterschiedliche Telemaut Systeme, meistens nur bezogen auf ein Land. Von einer zumindest EU-weiten Vereinheitlichung ist man noch weit entfernt. Stattdessen arbeiteten Systeme wie die österreichische Videomaut, Telepass in Italien, Télépéage in Frankreich oder Telepeaje in Spanien völlig getrennt voneinander und unabgestimmt. Ein einheitliches System, um die Maut zu bezahlen, fehlt.

Bip and Go & Co: was die neuen Telemautsysteme können. Und was noch nicht. | © Foto: Gabriel Cassan, stock.adobe.com
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Der Überblick

Der Name Bip&Go leitet sich vom Bip-Ton ab, der immer dann ertönt, wenn das Mautgerät an einer Mautstelle erfasst wird. Die Mautbox heißt bei Bip and Go „Badge“, dazu gehören auch die Scheibenhalterung sowie eine Schutzhülle. Diese Hülle verhindert die Erfassung durch eine Mautstelle – somit kann man mit Bip&Go von Fall zu Fall auch anders bezahlen, wenn man das möchte, obwohl sich die Box an Bord befindet.

Mit Bip&Go kann man in die vier Länder Frankreich, Spanien, Portugal und Italien fahren, wobei für das System die Einschränkung von maximal drei Metern Fahrzeughöhe gilt. Hinzukommt bei Bip&Go, dass das System auch auf zahlreichen Fährverbindungen sowie Parkplätzen funktioniert.

Der Badge von Bip&Go kostet eine Aktivierungsgebühr in Höhe von 10 bzw. 14 € verbunden, abhängig von der Anzahl der gewählten Länder, zuzüglich Versandkosten von Frankreich nach Deutschland in Höhe von 10 €. Darüber hinaus lassen die Konditionen von Bip&Go viel Spielraum zur individuellen Preisgestaltung. Denn die Kosten sind abhängig von der Anzahl der unterstützten Länder sowie der Nutzungsdauer. In der Basisversion gilt der Badge ausschließlich in Frankreich. Dabei hat man  die Wahl zwischen einem jährlichen Pauschalpreis von 16 € oder einer monatlichen Gebühr in Höhe von 1,70 €, die nur für die Monate anfällt, in denen man auch fährt. Spanien und Portugal kann man gegen einen Aufpreis von 2,50 € und Italien für weitere 2,50 € hinzubuchen. Die Aktivierung für diese drei Länder kostet noch einmal pauschal 10 €.

Die Mautbox von Bip&Go ist über einen Onlineshop erhältlich. Das Portal liefert übersichtlich alle nötigen Informationen.

Zum Shop von Bip&Go

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Bip and Go

Die wichtigsten Fragen und Antworten direkt vom Anbieter 

(Auswahl)

Wie passiere ich mit Bip and Go eine Mautstelle?

Spur für elektr. Maut ohne Halt:Reihen Sie sich in die mit “t” gekennzeichnete Spur ein und fahren Sie maximal 30km/h. Die Mautbox löst ein Bip-Geräusch aus, die Ampel wird grün und die Schranke öffnet sich automatisch

Spur für elektr. Maut mit Halt: Reihen Sie sich in die mit “t” gekennzeichnete Spur ein, fahren Sie langsam an die Schranke heran. Die Box ein Bip-Geräusch aus, die Ampel wird grün und die Schranke öffnet sich automatisch.

Ich fahre gelegentlich Autobahn. Welches Abonnement wähle ich?

Wenn Sie die Autobahn einige Male im Jahr nutzen, weniger als ein Mal pro Monat, empfehlen wir Ihnen das Abo “gelegentliche Nutzung”. Mit diesem Angebot zahlen Sie nur die Monate, in denen Sie das Badge genutzt haben. 0 € in den Monaten, in denen Sie es nicht benutzen. Es empfiehlt sich, das Badge mindestens ein Mal im Jahr zu nutzen, um keine Gebühren für Nicht-Verwendung zahlen zu müssen.

Ich fahre oft Autobahn. Welches Abonnement wähle ich?

Wenn Sie die Autobahn mindestens ein Mal im Monat nutzen, empfehlen wir Ihnen das Abo "regelmäßige Nutzung. Dieses Angebot wird einmalig zum Tag des Vertragsabschlusses abgerechnet.

Wie bringe ich den Badge für die elektr. Maut in meinem Fahrzeug an?

Das Anbringen des Badge Bip&Go ist sehr einfach und schnell. Wir empfehlen Ihnen, Ihren Badge rechts vom Rückspiegel an der Windschutzscheibe Ihres Fahrzeuges anzubringen, damit er korrekt erkannt wird.

Ich habe einen Camping-Wagen. Wo bringe ich meinen Badge an?

Standardmäßig muss der Badge Bip&Go im schwarzgepunkteten Bereich der Windschutzscheibe angebracht werden. Wenn Sie Schwierigkeiten mit der Erkennung Ihres Badges haben, da er zu hoch über der Erkennungszone angebracht ist, kann der Badge Liber-t Bip&Go unten an der Windschutzscheibe und zentral in Bezug auf das Armaturenbrett positioniert werden.

Muss ich meinen Badge zwangsläufig an der Windschutzscheibe anbringen?

Ja, für einen reibungslosen Vorgang, eine gute Erkennung durch die Antennen der Mautstellen und um Fehler bei der Abrechnung zu vermeiden, muss der Badge Liber-t Bip&Go mit der Halterung an der Windschutzscheibe angebracht werden.

Was sind die Vorteile der Bip&Go-App?

Mit der Bip&Go-App können Sie sich jederzeit über Ihr Android- oder iOS-Handy in Ihr persönliches Konto einloggen:

● Ihre Rechnungen ansehen, herunterladen und ausdrucken ;
● Verfolgen Sie Ihren Verbrauch im Zusammenhang mit Ihrem Abonnement ;
● Verfolgen Sie Ihren Verbrauch von Dienstleistungen, die in Ihrer App vorhanden sind (z. B. Zenpark-Parkplatz, elektrisches Aufladen, ...).

Die Bip&Go-App steht Ihnen auch auf all Ihren Reisen zur Seite:

  • Bereiten Sie Ihre Fahrten vor und lassen Sie sich die damit verbundenen Kosten (Verbrauch und Mautbetrag) anzeigen;
  • Finden (und buchen) Sie schnell einen Parkplatz in Echtzeit oder an Ihrem Zielort;
  • Lokalisieren Sie die nächstgelegenen Tankstellen, finden Sie heraus, wie viel Geld für welchen Kraftstoff verlangt wird, und erhalten Sie weitere Informationen über die Tankstelle (Öffnungszeiten, Dienstleistungen vor Ort);
  • Suchen Sie eine Ladestation und bezahlen Sie mit Ihrem Bip&Go-Abonnement an über 24.000 Ladestationen (bald);
  • Finden Sie heraus, wo sich die nächstgelegene Autowaschanlage am gewünschten Ort befindet;
  • Finden Sie die auf Ihrer Strecke vorhandenen Rastplätze, um Ihre Stopps vorzubereiten.

Auf der Website von Bip an Go finden Sie weitere Fragen und Antworten.

Quellen:

ADAC
Bip and Go

Text: Gerd Henghuber

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