Geführte Wohnmobilreisen: Warum es sich lohnt, mal einfach mal nur hinterher zu fahren | © Foto: Mir Tours

Geführte Wohnmobilreisen

Warum es sich lohnt, mal einfach nur hinterher zu fahren
"Geführte Wohnmobilreisen sprechen sehr unterschiedliche Zielgruppen an."

Geführte Wohnmobilreisen bieten sich für ferne, exotisch oder anspruchsvolle Ziele an. Die Familie Rettau war in den 90er Jahren unter den ersten, die Touren in die damalige Sowjetunion führten. Heute hat die Agentur fast hundert Reisen im Angebot, die Eigentümerin Sabine Machado-Rettau führt selbst zwei bis drei Touren jedes Jahr. Lesen Sie das Interview mit ihr.

Kein Zwang zu einem bestimmten Programm

Warum buchen Wohnmobil-Freunde geführte Reisen?

Unsere Kunden haben unterschiedliche Gründe, wenn sie bei uns buchen: Weil es, dort wo die Leute hinwollen, nicht so einfach ist - Russland, Sibirien, China – und sie die Sicherheit und Organisation einer geführten Reise schätzen. Weil sie generell den Komfort schätzen, dass sie sich um nichts kümmern müssen. Oder weil sie unter Leuten sein wollen: wir haben bei jeder Tour drei bis vier, manchmal 8 Einzelfahrer dabei. Oft buchen Gruppen, die sich auf einer unserer Reise gefunden haben, gemeinsam wieder, da bilden sich richtige Freundschaften. Geführte Wohnmobilreisen sprechen sehr unterschiedliche Zielgruppen an.

Wie muss man sich so eine geführte Reise vorstellen, immer alle im Konvoi?

(Lacht) Nein, im Konvoi fahren wir sehr selten. Nur in Weißrussland früher war das angebracht. Heute haben alle ein Navigationssystem und können die Punkte der Reise selbständig abfahren. Wir treffen die Teilnehmer dann erst nachmittags wieder am Campingplatz. Wir legen generell sehr großen Wert darauf, dass es keinen Zwang zu einem bestimmten Programm gibt.

Geführte Wohnmobilreisen: Warum es sich lohnt, mal einfach mal nur hinterher zu fahren | © Foto: MIr Tours
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Komplette Organisation

Wie laufen geführte Wohnmobilreisen bei Ihnen ab?

In der Regel machen wir ein Vortreffen zum Kennenlernen und stellen die Reise vor. Dann besorgen wir, wenn erforderlich, alle Visa. Am ersten Reisetag treffen sich dann alle mit dem Reiseleiter. Der verteilt die Roadbooks mit allem, was man gesehen haben sollte unterwegs, sowie die Navigationsdaten. Die Teilnehmer fahren dann das Programm ab, das sie interessiert, und abends treffen sich alle am Campingplatz.

Das heißt, man braucht sich um nichts zu kümmern?

Genau, wir kümmern uns um die komplette Organisation und Buchung, Visabeschaffung, Tourendokumentation, Übernachtungen, Besichtigungen und besondere Programme wie Essen, Folklore, Weinprobe usw.

Gibt es spezielle Anforderungen ans Fahrzeug?

Nein, geführte Wohnmobilreisen mit eigenem Wohnmobil sind unabhängig vom Fahrzeug. Unsere Standard-Touren können Sie mit allen gängigen Reisemobilen, Wohnwagen, Campingbussen, Pickups mitfahren. Selbst Motorradfahrer können mit, die dann im Zelt oder in der Hütte schlafen.

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Unter den ersten in Deutschland

Wie sind Sie eigentlich darauf gekommen, geführte Wohnmobilreisen anzubieten?

Wir waren damit unter den ersten in Deutschland, sowas gab es vorher nur in Form von Rallyes. Mein Vater hatte einen Campingplatz, auf dem immer viele amerikanische Gäste waren. In der Gorbatschow-Zeit sprachen wir viel über die spannenden Veränderungen in der Sowjetunion, und so kamen wir auf die Idee, da einfach mal hinzufahren. So haben wir angefangen: Moskau, Minsk, Leningrad. Anfangs hieß unser Unternehmen sogar so, zuerst Camping Perestroika, dann Perestroika Tours. Jedes Jahr wollten die Leute was Neues sehen im Osten: das Baltikum, Königsberg, Sibirien. Wir waren 1994 am Baikalsee, 1997 in China. Auf diesen Reisen war wahnsinnig viel zu organisieren, bis hin zu Lebensmitteln.

Und heute?

Heute haben wir immer noch viel Osteuropa und Sibirien im Angebot, aber auch klassische unterschiedlich lange Rundreisen in vielen Ländern in Europa und Asien. Außerdem organisieren wir Abenteuerreisen in Nordafrika. Im Schnitt sind es über zwanzig im Jahr.

Geführte Wohnmobilreisen: Warum es sich lohnt, mal einfach mal nur hinterher zu fahren | © Foto: Mir Tours
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Anspruchsvolle Ziele

Das Coronajahr dürfte auch für Sie schwierig gewesen sein?

Ja, 2020 war auch für geführte Wohnmobilreisen schwierig. Wir hatten wegen der Reisebeschränkungen nur drei Reisen. Wir müssen immer noch improvisieren, nicht nur wegen der Pandemie: Der Weg durch Weißrussland ist heuer nicht möglich, den Osten der Ukraine und die Krim können wir nicht mehr besuchen. Wir sind ständig am Umplanen, aber das ist unsere Stärke. Manchmal hilft es auch, die Schwierigkeiten mit etwas Humor zu nehmen, etwa wenn wir aktuell „Bad Muskau statt Moskau“ anbieten. Aber die Leute wollen wieder weg!

Die Reisebranche ändert sich ja durch das Internet stark, ist das auch für geführte Wohnmobilreisen mit eigenem Wohnmobil ein Thema?

Ja sicher, es ist viel einfacher geworden ist, sich im Internet alles selbst zusammen zu organisieren. Ein Beispiel: unser Reiseprogramm Paris-Normandie wurde 1.600 mal von unserer Website heruntergeladen, bei uns ist die Reise jedoch nur viermal zustande gekommen. Aber es ist ein großer Aufwand, sich eine Rundreise zu organisieren. Dienen Aufwand nehmen wir dem Kunden ab. Und für die anspruchsvollen Ziele greifen Kunden gern auf unsere Kompetenz und Erfahrung zurück.

Mehr Informationen

Einmal im Monat veranstaltet Mir Tours per Video-Konferenz eine Happy Hour, bei der geführte Wohnmobilreisen vorgestellt werden, die Termine finden Sie hier.

Text
Gerd Henghuber

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