3 Zinnen Wohnmobile, Lavaredo | © 3 Zinnen Wohnmobile, Foto: Anna Jedynak, Shutterstock

Die Große Dolomitenstraße

Eine der schönsten Touren in den Alpen mit dem Wohnmobil
Dolomitenstraße Rundfahrt

Streckenführung

Die Dolomitenstraße führt einmal quer durch den vielleicht spektakulärsten Teil der Alpen mit seinen massiven Felsformationen. Fast 320 Kilometer geht sie von Bozen nach Cortina d’Ampezzo, vorbei an den bekanntesten der Dolomitenmassive: Rosengarten, Marmolata, Langkofel, Sella, Fanes, Ampezza, Tofane, Cristallo, 3 Zinnen. Über das Pustertal ergibt sich dann eine fantastische Rundfahrt zurück nach Bozen.

Die hier vorgeschlagene Dolomitenrundfahrt folgt auf dem größten Teil der historischen Großen Dolomitenstraße, die seit 1909 von Bozen aus über das Eggental die Dolomitenregion erschließt. Heute ist sie ein Klassiker, gleich ob mit dem Auto oder Motorrad, dem Fahrrad – oder dem Wohnmobil. Die Straße führt durch drei Provinzen Italiens: Südtirol, Trentino und Belluno. Das Pordoijoch ist mit 2.239 Metern der höchste Punkt auf der Dolomitenstraße.

Art der Route: Ferienstraße
Thematik: Berge, Naturpanorama, Wandern
Start / Ziel: Bozen - Rundfahrt
Länge: 320 km
Region: Südtirol, Trentino, Venetien
Urlaubsregion: Südtirol, Dolomiten, Pustertal

Die Aufteilung der Etappen hängt einerseits vom Verkehrsmittel, andererseits auch von Interesse der Reisenden ab. Die Reisemobilcouch hat sich für die Dolomitenrundfahrt an einigen empfohlenen Campingplätzen orientiert.

Direkt zu den Etappen

Dolomitenstraße: die große Runde mit dem Wohnmobil | © Foto: Anton Zabielskyi - stock.adobe.com
  • Foto: Anton Zabielskyi - stock.adobe.com
Große Dolomitenstraße Karte | © ALPS ALPINE Europe GmbH
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Große Dolomitenstraße Rundreise

Etappen und Highlights

1
Bozen – Valle di Fassa
Rosengarten, Latemar, Karerpass, Karersee
2
Valle di Fassa – Cortina d’Ampezzo
Langkofel, Piz Boè, Sella/Sellaronda, Pordoijoch, Marmolata, Le Tofane und Civetta
3
Cortina d’Ampezzo – Toblach
Monte Cristallo, Misurinasee, Drei Zinnen, Höhlensteintal
4
Toblach – St. Vigil in Enneberg
Pragser Wildsee, Kronplatz mit MMM Corones Museum
5
St. Vigil – Bozen
Sella, Grödnerjoch, Grödnertal, Seiser Alm, Geisler Gruppe
Langkofel, Dolomitenstraße: die große Runde mit dem Wohnmobil | © Foto: IDM Südtirol, Patrick Schwienbacher
  • Foto: IDM Südtirol, Patrick Schwienbacher
Langkofel, Plattkofel und Grohmannspitze bei Sonnenuntergang
Dolomitenstraße

Die Landschaft

Sie stehen wie Blöcke da: Rosengarten, Sella oder Marmolata. Und in der Abendsonne erglühen sie rot. Glücklich kann sich schätzen, wer ein Wohnmobil besitzt, an der Dolomitenstraße einfach stehenbleiben kann, den Campingstuhl rausholen und den Sonnenuntergang vor dem Alpenglühen genießen. Dass die Dolomiten so spektakulär glühen, liegt an der Zusammensetzung ihres Gesteins, das sich von den Kalk-Alpen südlich des Alpenhauptkamms unterscheidet: Dolomit ist widerstandsfähiger gegen Verwitterung und Erosion als Kalkgestein, bleibt daher länger (be-)stehen. Deshalb stehen heute diese Gebirgsmassive mehr oder weniger solitär in der Landschaft, so dass sie von der untergehenden Sonne ziemlich waagrecht angestrahlt werden können. Der sehr helle Stein reflektiert das glühende Licht der Sonne, bevor sie am Horizont verschwindet.

Auch wenn es dem Sprachgebrauch nach Dolomiten auch außerhalb dieses Gebiets gibt, etwa westlich der Eisack die so genannten Brenta-Dolomiten, bezeichnet man mit diesem Begriff im engeren Sinn das trichterförmige Gebiet zwischen dem Eisack- und dem Piave-Tal, das im Norden vom Pustertal begrenzt wird und im Süden bis nach Bassano die Grappa reicht. Die bedeutendsten Gebirgszüge der Dolomiten sind in alphabetischer Reihung die Ampezzaner Dolomiten, Bosconerogruppe, Civettagruppe, Fanesgruppe, Feltriner Dolomiten, Kreuzkofelgruppe, Langkofelgruppe, Latemar, Marmarole, Marmolatagruppe, Monti del Sole, Palagruppe, Peitlerkofel-Plose-Gruppe, Pelmostock, Pragser Dolomiten, Puez-Geisler-Gruppe, Rosengartengruppe, Schiara-Pramper-Tamer-Gruppe, Schlerngruppe, Sellagruppe, Sextner Dolomiten.

Der höchste Gipfel der Dolomiten ist die Marmolata mit 3.343 Metern, weitere bekannte Gipfel sind die Civetta, der Monte Pelmo, der Antelao, die Drei Zinnen, die Sella, der Rosengarten, der Schlern, die Geislerspitzen und der Langkofel. Früher hatten mehrere der Dolomitenmassive noch nennenswerte Gletscher, der einzige heute noch existierende größere Gletscher befindet sich auf der Marmolata.

Dolomitenstraße

Das Gestein

Der Name Dolomiten kam erst im 18. Jahrhundert auf, vorher wurden diese Berge noch als Bleiche Berge, italienisch monti pallidi, bezeichnet. Erst der französische Geologe Déodat de Dolomieu (1750–1801) analysierte und beschrieb das in diesem Teil der Alpen vorherrschende Gestein: den Dolomit, der zu Ehren des Forschers dessen Namen erhielt. Es macht jedoch nur einen Teil der Gebirge entlang der Dolomitenstraße, vor allem im Bereich der Fanes, der Drei Zinnen und des Rosengartens, und ist auch nicht immer nur weiß, sondern kann mitunter aufgrund eines hohen Eisengehalts gelblich oder rötlich gefärbt sein. Die übrigen Berge links und rechts der Dolomitenstraße bestehen hauptsächlich aus weißlich-grauen Kalksedimenten mit geringerem Dolomit-Anteil. Wegen der ähnlichen Gebirgsformationen hat sich der Name im Sprachgebrauch auf die gesamten Dolomiten übertragen.

Rosengarten Dolomitenstraße mit dem Wohnmobil | © Rosengarten, Foto: IDM Südtirol, Tobias Kaser
  • Rosengarten, Foto: IDM Südtirol, Tobias Kaser
Dolomitenstraße

Die Erschließung des Gebirges

Die historische Dolomitenstraße ist lediglich ein Teil der hier vorgeschlagenen Dolomitenrundfahrt, und zwar in den ersten zwei Etappen von Bozen bis nach Cortina d‘Ampezzo. Die spektakulär über drei Pässe geführte Höhenstraße war die erste Ferienstraße zur Erschließung der Dolomiten und wurde am 13. September 1909 mit einer Länge von 109 Kilometer eröffnet. Die Idee einer Dolomitenstraße hatten Ende des 19. Jahrhunderts der Deutsche und der Österreichische Alpenverein, um Bergsteigern den Weg in die spektakuläre Bergwelt zu erleichtern. Es waren dann Theodor Christomannos von der Sektion Meran und Albert Wachtler von der Sektion Bozen, die das Projekt vorantrieben mit dem Ziel, die Straße zu Ehren von Kaiser Franz Joseph zu seinem 50. Regierungsjubiläum 1898 zu eröffnen. Deshalb sollte sie ursprünglich Kaiserstraße heißen. Zu Ehren von Chritomannos ist hoch über dem Karerpass, am südlichen Abstieg der Rosengartengruppe ein riesiger Adler zu sehen. Es gab zwar seit 1860 bereits eine Straße durchs Eggental und seit 1896 auch über den Karerpass, an den höheren Stellen bestand sie aber häufig noch aus Schotterwegen, die nach dem Winter häufig verschüttet oder weggerissen waren.

Grödner Joch, Dolomitenstraße | © Grödner Joch, Foto: noktural - stock.adobe.com
  • Grödner Joch, Foto: noktural - stock.adobe.com

Mit der neuen Dolomitenstraße begann dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts Tourismus in der Region, Kaiserin Sissi, die 1897 ihren Sommerurlaub im Grand Hotel Karersee verbrachte, konnte die Straße nicht mehr nutzen. Sie starb ein Jahr später durch einen Attentäter während ihres Urlaubs in Genf. Das Hotel am Karerpass existiert noch, ist aber leider in einem erbärmlichen Zustand. Es gibt vom Pass hinunter nach Welschnofen einen hübschen Kaiserin-Sissi-Weg.

Der Dolomiten-Tourismus endete jäh mit dem Ersten Weltkrieg, in dem sich Österreich und Italien im Hochgebirge unter vielen Opfern gegenüberstanden und die wichtigen Passstraßen fürs Militär reserviert waren. Erst in den 50er Jahren gewann die Straße erneut an Bedeutung. Denn sie führt einmal mitten hindurch durch die Dolomiten, vorbei an den spektakulären, blockartigen Gebirgsstöcken und damit zu den vielen Zielen des Bergsports im Winter wie im Sommer. Allerdings laufen einige Abschnitte heute nicht mehr entlang der ursprünglichen Trasse. Die italienische Strada Statale 48 delle Dolomiti ist nur zwischen Vigo di Fassa und Cortina d’Ampezzo mit der historischen Dolomitenstraße identisch, wobei die Weiterführung der SS 48 von Vio durchs Fassa-Tal nach Süden in Anlehnung an die italienische Bezeichnung heute ebenfalls als Dolomitenstraße bezeichnet wird, und viele Vorschläge für eine Dolomitenrundfahrt in Auer, südlich von Bozen aus dem Eisacktal auf diese Dolomitenstraße abbiegen. Der Vorschlag der Reisemobilcouch nimmt die historische Dolomitenstraße über das Eggental und den Karerpass.

Im Norden wird heute die rund 35 Kilometer lange Fortsetzung der Tour von Cortina d’Ampezzo nach Toblach im Pustertal ebenfalls als Dolomitenstraße bezeichnet und zwar in zwei Varianten: entweder südlich des Monte Cristallo über den Passo Tre Croci zum Misurinasee am Fuße der Drei Zinnen oder nördlich um den Monte Cristallo herum über die Passhöhe Im Gemärk. In Schluderbach treffen beide Varianten wieder zusammen, und die Straße führt durch das Höhlensteintal abwärts nach Toblach. Von dort führt die hier vorgestellte Runde der Dolomitenstraße über das Puster-, Gader- und Grödnertal zurück nach Bozen.

Dolomitenstraße

So haben wir die Rundfahrt zusammen-gestellt

Wäre die Reisemobilcouch ein Portal für Motorradfahrer, die auf der Dolomitenstraße häufig anzutreffen sind, dann wäre die Zahl der Kurven sicher ein Kriterium für die Streckenführung. Fürs Wohnmobil ist das eher nicht angesagt. Dennoch sei hier betont: es gibt sehr viele Kurven auf den vielen spektakulären Passstraßen der Dolomitenstraße, die Utensilien im Wohnmobil sind also sicher zu verstauen. Die Reisemobilcouch hat die fünf Etappen der Rundfahrt auf der Dolomitenstraße nach Campingplätzen aufgeteilt, die für den Südtiroler Teil der Dolomitenstraße Südtirol Tourismus empfohlen hat. Für die Provinzen Trentino und Belluno haben wir auf dem Portal www.camping.info gut bewertete Campingplätze ausgewählt. Konzipiert ist diese Wohnmobilrunde explizit für den Sommer, wenn auch Wintertourismus in den Dolomiten sehr gefragt ist. Ob und wann die vorgeschlagenen Campingplätze entlang der Dolomitenstraße im Winter geöffnet haben, und welche Pässe der Dolomitenstraße von wann bis wann gesperrt sind, müssten Winterfreunde selbst prüfen.

Darüber hinaus gibt es in Bozen und Bruneck Stellplätze außerhalb von Campingplätzen, außerdem einige, wenn auch nicht allzu viele, entlang der Strecke. Wildcampen (Zelt oder Wohnmobil) ist entlang der ganzen Dolomitenstraße, also sowohl im Trentino als auch in Südtirol, grundsätzlich verboten. In Touristenregionen wie den Dolomiten und insbesondere innerhalb der Natur- und Nationalparks entlang der Dolomitenstraße wird das auch kontrolliert, und es drohen hohe Bußgelder.

Weitere Campingplätze in Südtirol abseits der Dolomitenstraße findet man hier.
Weitere Campingplätze im Trentino abseits der Dolomitenstraße
findet man hier.
Weitere Campingplätze in Belluno abseits der Dolomitenstraße
findet man hier.

Passo Porodi, Dolomitenstraße: die große Runde mit dem Wohnmobil | © Passo Porodi, Foto: Christian Tobler, stock.adobe.com
  • Passo Porodi, Foto: Christian Tobler, stock.adobe.com
Dolomitenstraße: die große Runde mit dem Wohnmobil | © Foto: Trentino Sviluppo S.p.A,, Daniele Montigini
  • Foto: Trentino Sviluppo S.p.A,, Daniele Montigini
Dolomitenstraße Etappe 1

Bozen – Val di Fassa

Etwas nordöstlich der Landeshauptstadt Südtirols mündet eine imposante Klamm ins Eisacktal. Heute läuft der größte Teil der Strecke hoch ins Eggental in Tunneln, doch man kann an mehreren Stellen noch erahnen, wie sich früher die Straße an den steilen Felswänden entlangwand, stets in Gefahr, von Hochwassern weggerissen zu werden. Vor Welschnofen weitet sich dann die Landschaft, und die beiden ersten Dolomitenmassive, Rosengarten und Latemar, tauchen auf. Die Fahrt geht durch Viehweiden und Nadelwälder nach Welschnofen, wo man mit der Seilbahn zur 2.337 Meter hochgelegenen Kölner Hütte am Fuß des Rosengartens fahren kann. Dort gibt es sowohl anspruchsvolle, aber gut ausgebaute und gesicherte Klettersteige, als auch einen Wanderweg ohne große Herausforderung. Von Welschnofen steigt die Dolomitenstraße dann kurvenreich zum Karerpass auf, der zwischen den beiden Gebirgsstöcken hindurchführt. Vor dem Pass liegt spektakulär idyllisch vor dem steil aufragenden Latemar und inmitten von dichtem Wald gelegen der Karersee mit seinem tief türkisfarbenem Wasser. Ein Selfie-Hotspot mit Aussichtskanzel, Shop und touristischer Infrastruktur, allerdings ist das berühmte Fotomotiv seit einigen Jahren etwas lädiert, da genau in der Blickachse, in die die Kameras gerichtet werden müssen, um See und Berg einzufangen, ein Wintersturm den gesamten Bergrücken entwaldet hat. Auf dem Pass befindet sich das frühere Grandhotel, in dem Prominente wie Kaiserin Sissi übernachteten. Der Pass markiert die Grenze zum Trentino und gleichzeitig die Sprachgrenze zwischen Deutsch und Italienisch. Erneut kurvenreich geht es durch Wälder hinab ins Val di Fassa, wo die erste Etappe endet. 

Die zwei besten Campingplätze im Val di Fassa liegen beide in Pozza di Fassa, wir empfehlen Camping Catinaccio / Rosengarten. Vom benachbarten Vigo aus fährt eine Gondelbahn hoch ins Rosengartenmassiv, dort oben bieten sich, wie auch von der Südtiroler Seite aus, alle Varianten des Alpinismus: von anspruchsvollen Klettertouren bis zu einfachen Wanderungen.

Dolomitenstraße: mehr erfahren über Urlaub im Eggental
Dolomitenstraße: mehr erfahren über Urlaub im Val di Fassa

Dolomitenstraße: die große Runde mit dem Wohnmobil | © Foto: Alberto Bernasconi
  • Foto: Alberto Bernasconi
Karersee, Dolomitenstraße: die große Runde mit dem Wohnmobil | © Karersee, Foto: IDM Südtirol, Tiberio Sorvillo
  • Karersee, Foto: IDM Südtirol, Tiberio Sorvillo
Dolomitenstraße Etappe 2

Val di Fassa – Cortina d’Ampezzo

Die Dolomitenstraße führt weiter nach Norden durch das Val di Fassa und durch Orte, in denen viele Menschen noch Ladinisch sprechen, ein Überbleibsel des Lateinischen, das sich in abgelegenen Alpentälern seit dem Ende des Römerreichs bis heute erhalten hat. Über Pera, Mazzin und Campitello kommt man ins Touristenzentrum Canazei. Links sieht man in der Ferne die Langkofelgruppe, dann, näher, die Sella mit dem 3.152 Meter hohen Piz Boè. Die berühmte Sellaronda, also die Umrundung des Gebirgsstocks, machen nicht nur Schifahrer im Winter, sondern auch Wanderer, Radfahrer und Motorradfahrer im Sommer, und auch mit dem Wohnmobil kann man die etwas mehr als 50 Kilometer lange Runde machen, die kurvenreich über drei weitere Pässe führt. Unsere Strecke hingegen lässt die Sella links liegen und führt hinter Canazei in 99 Kehren über das Pordoijoch, dem höchsten Punkt der Dolomitenstraße und erneut Ausgangspunkt für zahlreiche alpinistische Unternehmungen.

Cortina d'Ampezzo, Dolomitenstraße: die große Runde mit dem Wohnmobil | © Cortina d'Ampezzo, Foto: daliu - stock.adobe.com
  • Cortina d'Ampezzo, Foto: daliu - stock.adobe.com

Hier verläuft die Grenze zur Provinz Venetien. Hinab geht es dann ins Val de Fodom, deutsch Buchensteintal, nach Arabba. Im Süden ragt hier das mächtige Massiv der oben noch vergletscherten Marmolata auf, was man vom Tal aus aber wegen einiger vorgelagerter Kämme nicht sehen kann. Eine Seilbahn führt auf den 2.648 Meter hoch gelegenen Belvedere. Von hier aus kann man den Gletscher und die über 3.300 Meter hohen Hauptgipfel des Marmolata bestaunen. Die Fahrt führt weiter entlang des Flusses Cordevole, und in der Ferne kommen die weiter östlich gelegenen Dolomitenmassive Le Tofane und Civetta in den Blick. Links liegt der flache Gipfel des Col di Lana, der bei Eröffnung der Dolomitenstraße völlig anders ausgesehen hatte. Der Berg war wie der benachbarte Monte Sief im Ersten Weltkrieg zwischen Österreichern und Italienern heftig umkämpft: 12 italienische Infanterie- und 14 Alpini-Kompanien unternahmen 1915/16 mehrere verlustreiche und erfolglose Versuche, den von Österreichisch-Ungarischen Truppen besetzten Gipfel zu stürmen, bevor man auf die Idee kam, den ganzen Berg mit einem Stollen zu untergraben und zu sprengen. Am 17. April 1916 flog der Gipfel in die Luft. Die Österreicher mussten den Berg daraufhin aufgeben, konnten sich jedoch am Monte Sief behaupten und einen italienischen Durchbruch in dieser Gegend verhindern. Auf dem nunmehr abgeflachten Gipfel befindet sich heute eine Kapelle zum Andenken an die im Krieg Gefallenen und ein Museum. Erhalten sind außerdem verfallene Schützen- und Laufgräben und einige Barackenreste.

Hinter Pieve di Livinallongo verlässt die Dolomitenstraße das Cordevole-Tal und steigt entlang der Steilwände des Lagazuoi an zum kahlen, von Felsbrocken übersäten, 2.105 Meter hoch gelegenen Passo Falzarego. Auch dieser Pass war im Ersten Weltkrieg Schauplatz heftiger Gefechte. Zwischen den Gebirgsmassiven Tofane und Cinque Torri führt die Straße nun hinunter nach Pocol und weiter abwärts in den berühmten, 1.224 Meter hoch gelegenen Wintersportort Cortina d’Ampezzo. Dahinter, weiter östlich, ragen die Cristallogruppe, sowie Sorapiss und Antelao auf.

In Cortina d’Ampezzo gibt es zwei sehr gut bewertete Campingplätze:

Camping Rocchetta
Camping Dolomiti

Dolomitenstraße: mehr erfahren über Urlaub in Cortina d‘Ampezzo
Dolomitenstraße: mehr erfahren über Urlaub in Arabba und der Marmolata

Dolomitenstraße Etappe 3

Cortina d’Ampezzo – Toblach

Auch wenn die historische Dolomitenstraße in Cortina d’Ampezzo endete, wird heute auch die rund 35 Kilometer lange Fortsetzung nach Norden, bis Toblach im Pustertal mit einbezogen, und zwar entweder östlich oder westlich um den Monte Cristallo herum. Für diese Rundfahrt geht es östlich des Bergs über den Passo Tre Croci zum 1.751 Meter hoch gelegenen wunderschönen Misurinasee am Fuß der Drei Zinnen. Die markanten Felszacken sind nicht nur das Symbol des UNESCO-Weltnaturerbes Dolomiten, sondern wahrscheinlich die bekanntesten Berge der Welt, daher ist die 2.320 hoch gelegene Auronzo-Hütte, von der aus man den berühmten Blick genießt, in der Saison recht überlaufen, zumal sie über eine Mautstraße zu erreichen ist, die kurz nach dem See rechts abzweigt. Die Maut beträgt 45,- € für ein Wohnmobil. Das Ticket ist 12 Stunden gültig, bei jeder Überschreitung der 12 Stunden wird dieselbe Gebühr fällig. Man kann also mit dem Camper auch oben übernachten und hat dann ausgiebig Zeit, die 3 Zinnen zu umrunden. Der Stellplatz für Wohnmobile befindet sich etwas unterhalb der Auronzo Hütte. 

Wer in dieser hochalpinen Gegend länger bleiben möchte, unterbricht hier die Etappe und findet direkt am Misurinasee den einfachen, familiengeführten Campingplatz Alla Baita. Es bietet sich dort u.a. noch der Aufstieg von der Dolomitenstraße zum Monte Piana an: der Gipfel bietet einen großartigen Panoramablick auf die Dolomiten und ein Freilichtmuseum über die Kämpfe im Ersten Weltkrieg. Alle anderen verlassen auf der Dolomitenstraße das Hochgebirge über das Val Babena Bassa in nordwestlicher Richtung. Schluderbach liegt dann bereits wieder in Südtirol, und die Dolomitenstraße führt weiter in nördlicher Richtung durch das wunderbare Höhlensteintal nach Toblach. Der dort von Südtirol Tourismus empfohlene Campingplatz ist nicht billig, liegt aber wunderschön direkt am Toblacher See. Er ist auch beschrieben in diesem Artikel der Reisemobilcouch über Wintercampen in Südtirol.

Zum Campingplatz Toblacher See

Dolomitenstraße: mehr erfahren über Urlaub an den Drei Zinnen (Belluno)
Dolomitenstraße: mehr erfahren über Urlaub an den Drei Zinnen (Südtirol)

Misurina, Dolomitenstraße: die große Runde mit dem Wohnmobil | © Misurina, Foto: Andrew Ma - stock.adobe.com
  • Misurina, Foto: Andrew Ma - stock.adobe.com
Dolomitenstraße: die große Runde mit dem Wohnmobil | © Drei Zinnen Hütte, Foto: sahiit - stock.adobe.com
  • Drei Zinnen Hütte, Foto: sahiit - stock.adobe.com
Drei Zinnen - Große Dolomitenstraße | © Drei Zinnen, Foto: Stefan Eilenlehner
  • Drei Zinnen, Foto: Stefan Eilenlehner
Die Drei Zinnen, das Symbol des UNESCO Weltnaturerbes Dolomiten
Dolomitenstraßen Etappe 4

Toblach – St. Vigil in Enneberg

Die Dolomitenstraße, die der Einfachheit halber in diesem Tourenvorschlag auch auf der Rückfahrt nach Bozen durch das Puster-, Gader- und Grödner Tal Dolomitenstraße heißen soll, führt von Toblach das Pustertal hinab – diese  wichtige Verkehrsader vom Eisacktal nach Osttirol, die die ehemals drei Landesteile Tirols verbindet. Wer eines der beliebtesten Fotomotive Südtirols nicht verpassen will, biegt hinter Niederdorf links ab zum Pragser Wildsee. Zurück auf der Dolomitenstraße geht es dann weiter in westlicher Richtung, am berühmten Berg Kronplatz vorbei, auf dessen Gipfelplateau Reinhold Messner mit dem MMM Corones sein sechstes Mountain Museum eröffnet hat und darin die Alpingeschichte erzählt. Der spektakuläre Bau der Architektin Zaha Hadid bezieht die Bergwelt eindrucksvoll in die Architektur ein. Der Blick vom wahrscheinlich großartigsten Aussichtsplatz Südtirols reicht von den Lienzer Dolomiten im Osten bis zum Ortler im Westen, von der Marmolata im Süden bis zu den Zillertaler Alpen im Norden. Nach Bruneck, in Sankt Lorenzen, biegt die Route links ab und führt am Gaderbach entlang ins Gadertal, eines der touristisch weniger stark erschlossenen und dafür umso reizvolleren Täler Südtirols. Der komfortable Campingplatz Al Plan befindet sich in St. Vigil direkt am Eingang zum Naturpark Fanes-Sennes-Prags.

Dolomitenstraße: mehr erfahren über Urlaub in der Region Kronplatz
Dolomitenstraße: mehr erfahren über Urlaub im Gadertal

Dolomitenstraße - Fahrradfahren | © Foto: IDM Südtirol, Harald Wisthaler
  • Foto: IDM Südtirol, Harald Wisthaler
Alpine Navigationssystem | © Alpine Navigationssystem
Alpine
Navigationssysteme

Mit einem modernen Navigationssystem von Alpine können Sie entspannt durch die Alpen fahren und sich mit der Wohnmobilsoftware die schönsten Stellplätze aus der park4night Datenbank aussuchen.

Mehr Informationen
Dolomitenstraße Etappe 5

St. Vigil – Bozen

Die letzte Etappe der Rundfahrt auf der Dolomitenstraße führt von St. Vigil zurück nach Bozen und so noch einmal an einigen der bekanntesten und prägnantesten Dolomitenmassiven vorbei. Talaufwärts geht es über Badia ins Tourismuszentrum Corvara, spektakulär gelegen an der Nordseite des Sellastocks. Nun geht es nach Westen über das Grödner Joch, das einen schmalen Einschnitt zwischen Sella- und Geisler-Gruppe zum Übergang ins Grödner Tal nutzt, eines der am stärksten besuchten Südtiroler Täler mit der beliebten Seiser Alm auf halber Höhe zum Buckel des Schlern. Davor aber führt die Route noch auf Höhe von Wolkenstein am mächtigen Massiv des Langkofel vorbei. Über St. Ulrich, Kastelruth und Völs am Schlern endet die Rundfahrt über die Dolomitenstraße wieder in Bozen.

Dolomitenstraße: mehr erfahren über Urlaub im Grödner Tal
Dolomitenstraße: mehr erfahren über Urlaub auf der Seiser Alm 

Text: Gerd Henghuber

Bozen, Dolomitenstraße: die große Runde mit dem Wohnmobil | © Bozen, Foto: IDM Tourismus, Clemens Zahn
  • Bozen, Foto: IDM Tourismus, Clemens Zahn

Routenführung mit Stellplatzinformationen

Eine Übersichtskarte und weitere Informationen zu den Sehenswürdigkeiten finden Sie in unserer Reiseweltkarte.